Substanz entscheidet. Ginge es nach diesem Satz, müsste die Auflage des Handelsblatts eigentlich seit Jahren steigen. Doch das Gegenteil ist der Fall, so dass man sich in Düsseldorf jetzt wohl zur Flucht nach vorn entschieden hat: Das Handelsblatt erscheint jetzt im kleineren Tabloid-Format und optisch verjüngt. Parallel dazu wurde auch der Internetauftritt angepasst und kompakter gestaltet.
Von der Optik her betrachtet erscheinen beide Ausgaben (Print und Online) gut gelungen: Frisch und modern wirken sie, wobei den Lesern der Druckausgabe schon eine gewisse Umgewöhnung abverlangt wird. Nichts weniger als die “Zeitung der Zukunft” habe man geschaffen, verkündet Stardesigner Mario Garcia, der maßgeblich am Neuentwurf mitgearbeitet hat.
Zu hoffen bleibt, dass die treuen Anhänger der Printausgabe die Umstellung auf das neue Format akzeptieren werden. Denn neue und vor allem jüngere Leser dürfte das Handelsblatt schwerlich gewinnen und das liegt nicht an der Optik. Die Inhalte sind es, die diese Zeitung irgendwie uninspiriert und bemüht wirken lassen.